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Pegelstand

von Sibylle Heiniger
© Rodja Galli, a259

Sibylle Heiniger

 Sibylle Heiniger ist Regisseurin und Produzentin und engagiert sich bei t. Bern, dem Berufsverband fürs freie professionelle Theaterschaffen. Sie liebt die Aare (vor allem im Sommer) und gute Bücher (immer).

Das Theaterfestival Auawirleben gehört schon wieder der Vergangenheit an. Ob die Aua-Macherinnen sich beim diesjährigen Motto «Wir müssen reden» von den Diskussionen im Vorfeld leiten liessen? Anfang des Jahres gab nämlich die Erhöhung des Kredits für das Festival ab 2020 in Politik und Medien viel zu reden. Für mich jedenfalls war das diesjährige Motto sehr passend gesetzt: Ich musste, nein, ich wollte reden! Da war kein Müssen, sondern ein Drang, mich nach den Inszenierungen austauschen zu wollen über Lust, Frust, Fremdschämen, Neuentdeckungen und Verwirrendes. Die Diskussionen fanden vor allem in vertrauter Runde statt - doch es passierte mir dieses Jahr auch, dass ich beim anschliessenden Toilettengang oder an der Bar mit Fremden ins Gespräch kam, redete, zuhörte und argumentierte. Und ich besuchte auch eine Inszenierung, in der ich mitpalaverte und mitgestaltete. Jedes Mal ging ich beschwingt nach Hause und war zufrieden damit, dass Theater (wieder) wie ein Forum funktioniert, wo man nach dem Gesehenen bleibt und sich austauschen will.

 Austausch und Kommunikation: das wünsche ich mir sowieso mehr. Und vor allem auch Diskussionen und Begegnungen ausserhalb der eigenen Blase. Zeitgleich mit dem Festival fand im Wartsaal in der Lorraine die sogenannte «Living Library» statt. Die lebendige Bibliothek meint hier Menschen, die aus ihrem Leben erzählen und ihre Erfahrungen teilen, mit Fremden oder Bekannten. Diesen Anlass habe ich leider verpasst. Doch vielleicht bietet sich schon diesen Freitag die nächste Austausch-Gelegenheit?

Der 24. Mai ist nämlich Tag der Nachbarschaft, initiiert von der Stadt Bern. Eine Aufforderung dazu, sich mit den Nachbarinnen und Nachbarn zu treffen. Ein Festkit mit Einladungsflyern, Fähnchen, Tipps für ein gelungenes Fest und passenden Servietten können dazu kostenlos bei der Stadt Bern bestellt werden. Bisher flatterte keine Einladung aus meiner Nachbarschaft bei mir rein. Doch wenn in unserem Quartier ein Tisch bereit steht, werde ich mich gerne dazu setzen.


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