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Pegelstand

von Madeleine Corbat
© Rodja Galli, a259

Madeleine Corbat

Madeleine Corbat ist Produzentin bei Recycled Tv in Bern und Präsidentin des Vereins Cinéville / Kino Rex.

Aus der Not entstehen die erstaunlichsten Verbindungen: Peter Reber, Stefanie Heinzmann, Rapper Greis und Melanie Oesch gehören zu einer Gruppe von rund 30 Musikerinnen und Musikern, die vergangene Woche einen offenen Brief an das Parlament geschrieben haben. «Wir verschenken unsere Arbeit nicht!», so das klare Statement zur bevorstehenden Urheberrechtsrevision, die unter anderen Tourismusbetriebe und Spitäler von der bisherigen Urheberrechtsabgabe befreien will. National- und Ständerat sind sich nicht einig, die Musikschaffenden für einmal schon. Recht haben sie!

Sie rücken mit ihrem Brief eine längst fällige Diskussion ins Rampenlicht, die etwa auch im Bereich Film dringend geführt werden muss. Die Digitalisierung ist daran, den Wert oder besser die Wertschätzung für die Urheberinnen und Urheber auszuhebeln, ganze Generationen wachsen mit der falschen Vorstellung auf, Filme, Songs und Bücher seien gratis jederzeit und überall greif-, seh-, les- und hörbar. Das ist für Kulturschaffende fatal. Die Öffentlichkeit sowie die Konsumentinnen und Konsumenten müssen (wieder) stärker dafür sensibilisiert werden, dass Kunst, Songs im Radio und Filme im Netz nicht vom Himmel fallen oder selbstverständlich auf Bäumen wachsen, sondern von Menschen erarbeitet, geschrieben, komponiert, erdichtet werden. Und damit ihren Wert haben; dass Künstlerinnen und Künstler leben müssen, dass ihre Arbeit kein Hobby ist.

Dieses Bewusstsein zu schärfen, gehört in den Unterricht an den Schulen, nicht nur der richtige Umgang mit den neuen Medien. Denn was Hänschen nicht lernt, lernt Hans nimmermehr. Inspiration und Kreativität bereichern unseren Alltag, versüssen uns den Abend, wecken Emotionen und reflektieren unsere Leben. Sie sind Nahrung für Herz und Hirn und müssen anständig vergütet werden. Das hat auch mit Respekt zu tun. Geschenkt! Aber nicht gratis.

 


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