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Pegelstand

von Christian Pauli
© Rodja Galli, a259

Christian Pauli

Christian Pauli ist Kommunikationsleiter der HKB und bei pakt bern – das neue musik netzwerk engagiert.

Der rot-grün dominierte Stadtrat hat also getagt und 32 Millionen Franken verabschiedet, zwecks Unterstützung von Kulturinstitutionen in der Stadt Bern in den Jahren 2020 bis 2023. Gut so. Sind ja immerhin 2,3 Millionen oder genau 7,74 Prozent mehr als bis anhin.

 

Dabei gab die Erhöhung für das zeitgenössische Theaterfestival Auawirleben zu reden. Das Festival – unter der Leitung eines Frauenteams – bekommt neu 600 000 statt 330 000 Franken pro Jahr – das sind 81,81 Prozent mehr als bis anhin. Scheint viel zu sein, ist es aber nicht. Man gucke nur das Budget vergleichbarer Festivals anderenorts an. Zu reden gab auch das Ansinnen, die Förderung der in die Jahre gekommenen Puppen- und Narrenpacktheater zu modifizieren.

Okay, eine Theaterdebatte. Ist ja gut, wenn in der Berner Politik über Aua, Puppen und Narren verhandelt wird. Nur seltsam, dass dabei ignoriert wird, wo in der Stadt Bern das grosse Theater gemacht wird: das von Kanton, Regionsgemeinden und Stadt gemeinsam finanzierte Konzert Theater Bern (KTB) erhält neu einen städtischen Anteil von 18 648 000 Franken jährlich, was einer leichten Subventionserhöhung um die 2 Prozent gleichkommt.

KTB? Ist das nicht der grosse Kulturtanker, der den Stiftungsrat mit einer smarten Marketingfrau besetzt hat und sich neulich im Rahmen eines Eclats von seinem über eine Bezieh­ung gestolperten Intendanten getrennt hat? Ist das nicht der Kultur­laden, der sich anschickt, einen neuen Super-
Intendanten zu bestellen und sich dabei weigert, das überlebte Leitungsmodell wenigstens zu diskutieren? Ist das nicht auch der Stiftungsrat, der alle Ausfälle und Ein­brüche mit ignoranter Gelassenheit aushockt?

Ich bezweifle nicht im Geringsten, dass die Subventionserhöhung für KTB angebracht ist. Ich gehe regelmässig ins KTB und finde eigentlich gut, was die machen. Mich wundert einfach, dass die linken Stadträtinnen und Stadträte kein Wort darüber verlieren, wie dieser wichtigste Kulturbetrieb des rot-grünen Berns geleitet werden soll. SP, GB und Co. sind aus ihrem rosa Kulturschlaf einfach nicht zu
wecken.


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