mitgliederwerden grey iconMitglied werden
Archiv
Margrit Sprecher über Mussolinis Erbe.© Fabian Biasio
Livestream

Dem neuen Kult um Mussolini auf der Spur

Mussolini-Fans sind in Italien auf dem Vormarsch: 
Für das «Reportagen»-Magazin geht Margrit Sprecher der Konjunktur des Duce auf den dunklen Grund.

«Kein Zweifel, der Abend wird turbulent. Wie immer, wenn die Benito-­Mussolini-Enkelin auftritt», schreibt Margrit Sprecher in ihrer Reportage «Die netten Mussolinis». Sie besucht einen Auftritt von Mussolinis Enkelin Edda Negri Mussolini, deren Lesungen wahre Faschistentreffen sind. Zwar gibt es lautstarke Proteste gegen die Auftritte – dennoch geniesst Negri Mussolini in Italien Kultstatus: «Nicht nur sie, auch die andern drei Mussolini-Enkelinnen werden wie Heilige verehrt», schreibt Sprecher.

Hakenkreuz-Accessoires

Lange war unvorstellbar, dass jemand mit dem Nachnamen Mussolini wieder ins Rampenlicht treten könnte. Zumindest so lange, bis Silvio Berlusconi die Gräueltaten Mussolinis öffentlich marginalisierte. Ein Urenkel des Faschisten schlug sogar eine Politkarriere ein und strebt nach einem Posten im EU-Parlament. Auch mit dem Besuch des im Original erhaltenen Mussolini-Anwesens wird viel Geld verdient – ganz zu schweigen von den Souvenirshops voller Accessoires, versehen mit Hakenkreuzen und Reichs­adlern.

Auf die Idee, den Mussolini­-Boom in Italien zu beleuchten, ist die in Chur geborene Journalistin und Autorin Sprecher, deren Lebenswerk 2016 mit dem «Graffenried Lifetime Achievement Award» ausgezeichnet wurde, durch eine Zeitungsnotiz gekommen: «Mussolini-Geburtsort Predappio wird jährlich von 100 000 Fans besucht». Im Livestream liest die Reporterin unter der Moderation von Daniel Puntas aus dem Text und diskutiert mit dem Publikum.

Events zu diesem Artikel

Keine Veranstaltungen

Anmeldung Newsletter

Wetter in Bern

laden