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Der Berner Autor Michael Fehr hat ein Hörstück zum Thema Dunkelheit beigesteuert. © Franco Tettamanti

Gesichter der Dunkelheit

Der Podcast «Dear Darkness» ist Teil des abgesagten Festivals Tanz in Bern. Er verkürzt mit «Nachtgeschichten» und einem «Enthemmungs-Training» dunkle Tage und Nächte.

Die Dunkelheit erscheint uns oft beängstigend. Der Mensch ist nicht dafür gemacht, in ihr zu leben. Kleinste Stäbchen und Zäpfchen reagieren im Innern des Auges auf Lichtimpulse, auf elektromagnetische Wellen, verarbeiten sie, leiten sie weiter, lassen sie durch unseren Körper tanzen, durch die Nervenbahnen, das Gehirn. Unser Körper braucht Licht, und wir richten uns danach aus, um im Takt zu bleiben.
Im Takt des diesjährigen internationalen Tanzfestivals Tanz in Bern, das diese Tage in der Dampfzentrale hätte stattfinden sollen, wird der Podcast «Dear Darkness» täglich um einen Beitrag erweitert und lässt uns eintauchen in die Facetten der Dunkelheit. Auch Künstlerinnen und Künstler von Tanz in Bern kommen darin zu Wort und sprechen über ihre Stücke.

«Mein Gesicht leuchtet»

Michael Fehr kreiert mit der Nachtgeschichte «Leuchtende Gesichter» Bilder in der Dunkelheit. Er erzählt darin von einem Mann in einem langen schwarzen Mantel, der durch die finstere Nacht geht: «der mann löscht das mobiltelefon steckt es ein hat die hände frei hält sie vors gesicht und sieht die hände im licht seines gesichts ‹mein gesicht leuchtet›.» Mit seinem leuchtenden Gesicht begegnet er einem Kind und einer Kuh – auch deren Geischter leuchten: «wenn die kuh stark schnaubt und ihr starker und behäbiger kopf ins wanken gerät scheint sie ihre vom licht ihres gesichts erleuchtete umgebung in wankende bewegung zu versetzen.»
Etwas düsterere Gesichter der Dunkelheit zeichnen die «Nachtgeschichten» der kroatisch-schweizerischen Schriftstellerin Dragica RajčiĆ Holzner, «Vor Probe», oder «Der dunkelste Ort» von Eva Maria Leuenberger.

Hemmungen abschütteln

Dem entgegen versprühen die täglich hochgeladenen fünfminütigen Enthemmungsübungen «Mini Scham. Dini Scham», beigesteuert von der Heiteren Fahne, Leichtigkeit und Helligkeit. Mit animierender Musik und der Aufforderung, das Becken so fest zu schütteln, dass es im ganzen Körper nachvibriert, wird mit allbekannten Schamsituationen wie «Vorstellungsrunde», «als Einzige*r im Raum keinen ‹blassen Schimmer› haben» oder «Furzen im Lift – wer wars» ein Stück Scham abgeschüttelt.

www.dampfzentrale.ch/nachtgeschichten

Alle Podcast-Folgen auf Spotify oder dampfzentrale.podigee.io

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