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Autor Tobias Ginsburg.© Jean-Marc Thumes
Dachstock der Reitschule, Bern

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Er trank mit Islamisten Tee und sass mit Reichsbürgern am Stammtisch. Für sein neuestes Buch «Die letzten Männer des Westens» schleuste sich der Autor Tobias Ginsburg in «testosteronverklebte Netzwerke» und Männerbünde ein, die dem Feminismus den Kampf angesagt haben. Nun liest er daraus im Dachstock der Reitschule.

«Die letzten Männer des Westens» bezeichnet der Doyen des deutschen Under­cover-Journalismus, Günter Wallraff, als «Höllengang in ein Finsterreich 
des Männlichkeitswahns». Ginsburg erzählt darin von maskulinistischen Kongressen im – nomen est omen – deutschen Herrenberg, bei denen sich Männer bei verbrannter Bratwurst und warmem Bier zuraunen, dass Frauenrechtler*innen schuld sind am Geburtenrückgang und, ergo, am Niedergang des Abendlands. Er taucht aber auch in die digitale Subkultur der Incels ein – junge Männer, die sich darin bestärken, dass Feminismus menschenrechtswidrig sei, weil er ihnen ihr natürliches Recht auf Sex verwehre. Warum verlässt der Schriftsteller für seine literarischen Reportagen regelmässig die Komfortzone? Er sei eigentlich ein «sehr ängstliches Kerlchen», meinte er in einem Interview, also tue er etwas Kontraintuitives und begebe sich in die Kreise, die ihm Angst machen. Nun kommt er für eine Lesung in den Dachstock der Reitschule - mal zu Gleichgesinnten.

 

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