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Mireille Zindel vermittelt in «Die Zone» inhaltlich und sprachlich Atemlosigkeit. © Maurice Haas
Frachtraum, Thun

Leben im Tauchgang

Mireille Zindels Roman «Die Zone» handelt von Rausch und Rastlosigkeit. An der Herbstlese von Literaare liest sie aus ihrem im Sommer erschienenen Buch. «Alle ein, zwei Sekunden bläst er Luft in die Gehörgänge. Der Körper meistert den Druckausgleich. Er hat noch viele Meter vor sich. Die Haut wird kalt. Die Meeresoberfläche ist nicht mehr zu sehen. Er hat die Augen ohnehin geschlossen. [...] Er taucht, Kopf voran. Es ist dunkel. Er öffnet die Augen nicht. Er lässt sich fallen.»

So beschreibt Mireille Zindel die Wettkampfsituation von Cyril. Als Extremtaucher geht er einer der gefährlichsten Sportarten nach, mit Erfolg. Er hält den Weltrekord im Apnoetauchen in der Kategorie «No Limit»: Hier sind ihm alle Mittel erlaubt, um so tief wie möglich im Gewässer abzutauchen.

Tauch- und Frauenrausch

Cyril ist Protagonist des Buchs «Die Zone» der in Zürich lebenden Autorin Mireille Zindel. An der Herbstlese von Literaare wird sie aus ihrem im Sommer erschienenen Roman lesen. Mit Cyril hat sie eine rastlose, besessene Figur geschaffen. Der Pariser, der sich alle paar Buchseiten schon wieder in einem anderen Gewässer auf dieser Welt befindet, fühlt unter Wasser einen regelrechten Rausch. Das Wasser, das ihn umgibt, ist weiblich, wie er findet. Er ist geschieden, hat Kinder und viele Frauen. Nicht nur das Wasser wechselt er ständig, sondern auch seine Affären. So erscheinen zwischen Tauchbeschreibungen stets neue Frauennamen.

Mireille Zindel bringt mit Stakkato und vielen Hauptsätzen die Befindlichkeiten von Cyril auch sprachlich in ihren Roman: Atemlosigkeit, Exzess und Überreizung.

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