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Von 1968 bis heute: die Forderungen haben mehr Bestand als die Mode.© Ascot Elite
Diverse Orte, Bern

(STREIK)

Wie streikt und feiert die Kultur am Frauenstreiktag? Unsere Tipps.

Vor 50 Jahren flog mann mit einem Flugcomputer von ein paar Dutzend Kilobytes Speicher auf den Mond und zurück. Aber den Gleichstellungsartikel von 1981 umsetzen, das schaffen wir immer noch nicht. Darum findet am Freitag, 14.6., der Frauenstreik statt. Und darum streikt dieser Artikel – und zwar mit einer Lücke! Anlässlich des Streiks beschneiden wir ihn (in der Print-Version) um einen Fünftel. So viel verdient frau in der Schweiz im Durchschnitt weniger. Um diese 20 Prozent zu veranschaulichen, kann jede Frau am Streiktag ihren 9-to-5-Job um 15.24 Uhr abbrechen, diesen Artikel bei 80 Prozent oder diese Zeitung nach nur 9,6 statt 12 Seiten leer lassen. Noch ein trauriger Vergleich: Der eine Tag Vaterschaftsurlaub gegenüber den 14 Wochen der Mütter ergäbe einen Artikel mit knapp sechs Wörtern. Es gäbe noch mehr zu rechnen. Doch wir sind ja eine Kulturzeitung und informieren deshalb, wie sich der Kulturbereich des Streiks annimmt:

Die Stadtberner Bilanz ist nicht schlecht: Mindestens 15 Direktionsstellen der städtischen Kulturinstitutionen sind mit Frauen besetzt. Wer mehr von diesen Strukturen wissen will, in denen jedoch mehr Frauen niedrigprozentig, wenn nicht gratis und mit sogenanntem «Herzblut» arbeiten, der läuft mit beim «Sternmarsch der Berner Kulturinstitutionen» (Treffpunkt: Kleine Schanze, 9 Uhr). Am konsequentesten setzen der Frauenraum und die Grosse Halle der Reitschule den Streik um: sie schliessen. Die Heitere Fahne in Wabern behandelt mit Avenir Social am «Steilen Freitag» das Thema Arbeitsbedingungen im sozialen Bereich, dazu gibt es Poetry Slam und Musik von der Extrem Bosnian Blues Band (19.30 Uhr). Im Ono präsentiert die Gruppe Linggi Schnure ein «Musikalisches Politkabarett zum Frauenstreiktag» (21 Uhr), das Kino Rex lädt zur Diskussion über «Frauen im Fussball» (19 Uhr), während Wartsaal, Lehrerzimmer und Café Kairo die Frauen-Fussball-WM live übertragen – Stopp! Schon 63 Prozent des Artikels sind geschrieben, das entspricht den um 37 Prozent tieferen Renten für Frauen, die viel häufiger im Niedriglohnsektor und in Teilzeit arbeiten und darum kleinere Renten haben – die Cinématte zeigt den Spielfilm «We want Sex Equality» (Bild, 21 Uhr), der den Lohnstreik von britischen Ford-Näherinnen um 1968 aufrollt.

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