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Trauma als Prosa von Dragica Rajčić.© Ayse Yavas
Konzepthalle 6, Thun

Unglück in Glück

Die diesjährige Herbstlese von Literaare widmet sich den vielen Facetten der Mundart. Mit dabei ist die in der Schweiz lebende kroatische Schriftstellerin Dragica Rajčić. Sie liest aus ihrem neuen Buch «Glück». Gewalttätige Väter und Vatersväter: In «Glück» von Dragica Rajčić blickt die Erzählerin Ana Jagoda auf ihre zerrüttete Kindheit in einem kleinen kroatischen Dorf zurück. Ein Aufwachsen, das von alkoholisierten Männern und wiederkehrender Gewalt geprägt ist. Die Geschichte der Frau beginnt mit ihrer Jugend in «Glück» – so ironischerweise der Name des Dorfes – und endet in einem «Womenirrhaus» weit weg der Adria: In Chicago arbeitet sie die Traumata vom prügelnden Vater, dem pädophilen Pfarrer und dem missbrauchenden Ehemann auf.

Galoppierendes Leid

«Glück» bewegt sich zwischen Poesie und Prosa – die Erzählerin, die in ihrer Jugend gerne Gedichte schrieb, hält einen inneren Monolog. Das Bruchstückhafte dieser Form wird durch Rajčić Stil unterstrichen: einen Verzicht auf grammatikalische und orthografische Korrektheit – die erzeugten Bilder sind aber messerscharf. Die in Split geborene und in Zürich lebende Autorin wird an der Herbstlese von Literaare aus ihrem neuen Buch lesen. Ein düsteres Stück Literatur, das zeigt, wie das patriarchale System über Generationen Familien und Existenzen zerfrisst. Zudem finden Lesungen von Stefanie Grob und Ernst Burren sowie Diskussionen mit Philipp Theisohn statt.

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