Er sucht die Herausforderung
Das Thuner Stadtorchester nimmt sich Prokofjews berüchtigte «Sinfonia Concertante» vor. Christoph Croisé spielt solo – der Cellist aus Niederlenz ist komponierender Virtuose und vieles mehr.
Die «Sinfonia Concertante» von Sergej Prokofjew ist ein heisser Anwärter auf das schwierigste Stück der Celloliteratur. Das sagte schon Prokofjews Biograf Israel Nestjew, und das sagen bis heute unzählige Cellist*innen, die das Werk gespielt haben.
Zu ihnen gehört auch Christoph Croisé. Der Schweizer Cellist wird das Konzert zusammen mit dem Thuner Stadtorchester aufführen. «Das wird ein Kraftakt», meint er. «Das Stück ist nicht nur technisch sehr schwer, es braucht auch viel Kondition.» Ganz abgesehen von der musikalischen Herausforderung, die verschiedenen Charaktereigenschaften des Stücks richtig hervorzubringen – oftmals über lange Linien, «typisch Prokofjew».
Der komponierende Virtuose
Croisé weiss, wovon er spricht, denn er ist selbst nicht nur Interpret, sondern komponiert auch. Dabei orientiert er sich an der Figur des komponierenden Virtuosen des 19. Jahrhunderts, wie er selbst erzählt – zum Beispiel Paganini, «der schon damals teils verrückte Dinger auf der Bühne gefiedelt hat».
Der Musiker aus dem aargauischen Niederlenz, der in Berlin und Weimar Cello studiert hat, hat sich an der HKB auch zum Dirigenten ausbilden lassen, und hat mit dem Beyond Modern Orchestra ein eigenes Orchester und mit den Niederlenzer Musiktagen ein eigenes Festival gegründet. Vielseitigkeit komme bei ihm ganz natürlich, auch in der Musik selbst: «Mir ist es wichtig, dass Verschiedenstes Platz hat – von Barock bis zeitgenössische Klassik, von Jazz bis Elektronik.» Wo Croisé spielt, ist die Herausforderung nicht weit – konsequent also, dass er sich nun Prokofjew vornimmt.
// Schadausaal im Kultur- und Kongresszentrum, Thun
Sa., 24.1., 19.30 Uhr und So., 25.1., 17 Uhr